„Bereit für die Aufgabe“ – Bastian Reiners im großen Interview

Ab morgen beginnen die ersten, teils individuellen Einheiten für unsere Mannschaft in der Vorbereitung auf die Rückrunde der Oberliga. Damit startet auch Bastian Reiners in seiner neuen Aufgabe als spielender Cheftrainer. Das bedeutet, dass sich nicht nur bei uns sondern auch bei ihm einiges ändern wird:

Auf einmal Cheftrainer! Vor Weihnachten entschied sich die Vereinsführung für eine Veränderung auf der Trainerposition. Nach kurzen, aber sehr guten gemeinsamen Gesprächen, entschied sich der FCV dich zum Cheftrainer zu machen. Wie waren die Tage rund um die Entscheidung und die Weihnachtsfeiertage?

Die Tage nach der Entscheidung waren schon aufregend. Ich habe viel mit meiner Freundin und Familie gesprochen – mit jedem Spieler habe ich einmal kurz Kontakt aufgenommen. Weihnachten waren wir dann bei meinen Verwandten im Emsland, das tat gut noch einmal rauszukommen. Bei meiner Tante und meinem Onkel, die für einige Spiele extra immer aus dem Emsland angereist kommen, kann ich immer gut entspannen.


Du wirst mit einer Doppel-Rolle starten, Spieler und Cheftrainer in einer Person. Die Nachteile, dass du dich beispielsweise in den Spielen nicht teilen kannst, sind bekannt. Aber wo siehst du auch essenzielle Vorteile?


Ich glaube, man nimmt als Spieler das Spiel nochmal ganz anders wahr. Man ist mittendrin und nimmt zwangsläufig bestimmte Situationen anders wahr. Zudem glaube ich, dass man auf dem Feld gut mit seinen Mitspielern kommunizieren und sich ständig besprechen kann. Wir haben viele schlaue Köpfe in der Truppe, die aus meiner Sicht das Spiel sehr gut verstehen und wir so auf veränderte Gegebenheiten schnell reagieren können.


Viele wissen gar nicht, dass du bereits in verschiedenen Vereinen Erfahrungen als Trainer gesammelt hast, zum Beispiel in der Jugendabteilung von Werder Bremen. Hast du dort etwas für deine Herangehensweise als Trainer mitgenommen?


Das Jahr bei Werder Bremen hat mir unfassbar viel gebracht und im Nachhinein hätte ich vielleicht doch noch ein, zwei Jahre dort weitermachen sollen. Marie-Luise Eta, meine damalige Cheftrainerin, ist für mich eine herausragende Trainerin. Taktisch, menschlich, kommunikativ und gleichzeitig immer allen Spielern und allen Mitarbeitenden wahnsinnig wertschätzend gegenüber. Die Struktur des Trainings, die akribische Vorbereitung auf Spiele und der Umgang mit ihren Spielern waren schon wirklich beeindruckend. Da konnte ich mir viel von abschauen. Zudem durfte ich dort meine Ideen immer umsetzen und einbringen und hab, sowohl von ihr, als auch vom damaligen Jugendkoordinator Thorsten Bolder, konstruktives Feedback bekommen. Und die Arbeit mit den Jungs damals war sowieso top. Alle hatten nur Fußball im Kopf. Dazu kam der wahnsinnige Ehrgeiz der Spieler – dann macht es als Trainer richtig Spaß.


Aprospros Herangehensweise. Wie sieht die Vorbereitung unserer Mannschaft auf die Rückrunde der Oberliga bei dir aus?


Zunächst hat die Mannschaft von mir einen Laufplan mit acht Intervallen und einen optionalen Kraftplan für die freie Zeit bekommen – alles auf freiwilliger Basis. Die Jungs sind alt genug, um zu wissen, was sie in ihrer freien Zeit brauchen, um in der Rückrunde angreifen zu können. Wir haben einen großen Kader und am Ende will jeder spielen, da braucht es aus meiner Sicht keine Pflicht.
Durch das Wetter starten wir leicht verändert in die Vorbereitung. Die Woche wird fast ausschließlich indoor stattfinden. Am Sonntag kann dann hoffentlich der erste Test gegen die SV Hemelingen stattfinden. Danach starten wir mit Normalität, also Training bei uns auf dem Saumurplatz. Hier gilt es dann, die notwendige körperliche Fitness zu erlangen und den Jungs meine Vorstellungen, wie ich gerne Fußball spielen möchte, näherzubringen.


Der Klassenerhalt ist auch im zweiten Oberligajahr das erklärte Ziel. Gibt es darüberhinaus Dinge, Themen und/oder Ziele, die für dich und die Mannschaft wichtig werden?


Fußball ist unser aller Hobby, und das sollte Spaß machen. Die Chemie innerhalb der Mannschaft ist für dieses Spielniveau überragend. Das ist aber nicht selbstverständlich und muss von allen weiter gelebt werden. Hier will ich als Spieler und als Trainer weiter meinen Teil zu beitragen. Ich glaube, dass wir vor allem aus diesem Grund die vergangene Saison erfolgreich gestalten konnten und erhoffe mir, dass wir auch diese Rückrunde auf die mannschaftliche Geschlossenheit bauen können.
Zudem würde ich mich freuen, wenn wir in unserer Leistung konstanter werden und den Zuschauenden nicht nur erfolgreichen, sondern auch ansehnlichen Fußball darbieten. Denn dann macht es auf und neben dem Platz viel Spaß, seinen Sonntag am Hubertushain zu verbringen.


Darauf freuen wir uns jetzt schon. Doch worauf freust du dich am meisten als Cheftrainer des FC Verden 04?


Mir hat es als Trainer immer am meisten Freude bereitet, wenn die Spielerinnen und Spieler nach dem Training erschöpft, aber glücklich vom Platz gegangen sind und in den Spielen gewisse „Aha-Momente“ hatten, in denen sie Inhalte des Trainings wiedererkannten und Situationen deshalb besser lösen konnten. Ich würde mich also am meisten darüber freuen, den Jungs dieses Gefühl so häufig wie möglich zu geben.


Gibt es etwas, das wir nicht gefragt haben, du aber gerne erzählen möchtest?


Ich hoffe, dass wir als Team in der Rückrunde den Zuschauenden, aber vor allem den akribisch arbeitenden Personen im und um den Verein herum, viel wiedergeben können. Der FC Verden 04 hat sich in den letzten Jahren stetig weiterentwickelt und es wird hier im Umfeld sehr viel umgesetzt, das nicht selbstverständlich ist. Wir wollen entscheidend dazu beitragen, dass dieser Entwicklungsprozess genau so weitergehen kann!

Vielen Dank, Basti!